Aktuelles

14.11.2025 - Perspektivwechsel in der Beratung:

Training für Jobcenter-Mitarbeitende in Bischofsheim

Perspektivwechsel in der Beratung

KREIS GROSS-GERAU – Empathie und Verständnis für unterschiedliche Lebenswelten sind zentrale Voraussetzungen gelingender Beratung. Wie diese Fähigkeiten im Arbeitsalltag gestärkt und weiterentwickelt werden können, stand im Mittelpunkt eines besonderen Trainings, das am 27. Oktober 2025 im Servicebüro Bischofsheim des Kommunalen Jobcenters Kreis Groß-Gerau (KJC Kreis GG) stattfand. Unter dem Titel „Sehen und gesehen werden – Kunden durch Perspektivwechsel wirksam beraten“ kamen Integrationsfachkräfte bzw. Jobcoaches und persönliche Ansprechpartner aus den Jobcentern des Kreises Groß-Gerau, des Kreises Offenbach und der Stadt Offenbach zu einem intensiven Training und kollegialen Austausch zusammen.

Das Training ist Teil des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Projekts „Wegweiser Empathie – Mitgefühl und Perspektiven (WE-MP)“, das im Rahmen des Innovationsprogramms DATIpilot umgesetzt wird. Ziel ist es, die empathische Beratungskompetenz in der Arbeitsvermittlung zu stärken und den gegenseitigen Perspektivwechsel zwischen Jobcenter-Beschäftigten und Menschen mit vielfältigen kulturellen Hintergründen zu fördern.

Das Trainingskonzept wurde gemeinsam von der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR Berlin) und dem Europäischen Projektmanagement (EPM) der Pro Arbeit – Kreis Offenbach – (AöR) entwickelt. Grundlage bildeten Workshops, Interviews und Fokusgruppen mit Mitarbeitenden und Führungskräften der Jobcenter sowie Kundinnen und Kunden mit Migrationsgeschichte. Daraus entstand ein praxisnahes, wissenschaftlich fundiertes Format, das Theorie und Alltagserfahrung gezielt verbindet.

13 Integrationsfachkräfte bzw. Jobcoaches und persönliche Ansprechpartner aus den drei beteiligten Jobcentern nahmen am Training in Bischofsheim teil. Begleitet wurde die Veranstaltung von zwei Mitarbeitenden der HWR Berlin, die diesen Termin für die wissenschaftliche Beobachtung der Umsetzung auswählten. Durchgeführt wurde das Training von einer Trainerin und einem Trainer des Trägers Creative Change, die mit innovativen Methoden und erlebbaren Übungen arbeiteten.

Besonderer Höhepunkt war der Austausch mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die als „Perspektiv-Lotsen“ durch Creative Change geschult wurden. In moderierten Gesprächen gaben sie authentische Einblicke in ihre Erfahrungen mit Jobcentern und Behörden. Dadurch entstand ein lebendiger Dialog, der neue Perspektiven eröffnete und gegenseitiges Verständnis stärkte.

Das Training in Bischofsheim war eines von insgesamt acht Terminen, die im Oktober und November an den Standorten Dietzenbach, Offenbach und Bischofsheim stattfinden. Zwei weitere Veranstaltungen folgen dort in den kommenden Wochen. Die Evaluationsergebnisse der HWR Berlin sollen helfen, das Konzept weiterzuentwickeln und langfristig in der Aus- und Fortbildung von Jobcenter-Mitarbeitenden zu verankern.

Mit dem WE-MP-Projekt setzen die beteiligten Partner – das Kommunale Jobcenter Kreis Groß-Gerau (AöR), die Pro Arbeit – Kreis Offenbach – (AöR), die MainArbeit – Kommunales Jobcenter Offenbach sowie die HWR Berlin – ein starkes Zeichen für eine empathische Beratungskultur und gelingende Zusammenarbeit über kulturelle Grenzen hinweg.